Die GC-Scheibe

Nach langer Zeit gab es mal wieder eine Auftragsarbeit für einen Geo-Cache.
Eine Parkscheibe soll sich durch Betätigung einer Fernbedienung in Form einer Funkklingel selbständig machen, bzw. sich automatisch von 12 auf 9 stellen und nach ein paar Sekunden zurück auf 12.
Vor Ort steht eine 12V Autobatterie als Spannungsquelle zur Verfügung.

Im Netz hab ich folgendes zum kaufen gefunden:

Legal schaut das ganze nicht aus – auch hier arbeitet die Scheibe wohl von alleine, zumindest wenn man eine Batterie reinsteckt und das Ding auf RUN stellt 🤷‍♂️
Da lässt sich bestimmt was mit anfangen 🤗

Zerlegt sieht das ganze so aus:

Es dauerte dann nicht lange, da waren die ersten Komponenten verbaut 😊

  • Schrittmotor
  • Bauteileträger
  • Treiberplatine für Schrittmotor
  • Endschalter um die Parkscheibe auf 12 zu „teachen“

Die Frage war dann wie ich mit dem Schrittmotor den Endschalter betätigen könnte 🤔
Ich musste mir irgendwie eine „Nocke“ bauen.
Die Achse vom Motor ist vlt. 5mm dick – wenn überhaupt.
Geewindeschneider kleiner als 3mm, um eine kleine Schraube im 90° Winkel zu montieren, hab ich nicht.
Ich hab dann mal geschaut was ich so an kleinen Nägeln habe.
Oh, kleine Nägel im Durchmesser 1,8mm 🙃
Ohne groß nachzudenken hab ich versucht in die dünne Ache ein Loch mit 2mm zu bohren. Richtig körnen ging auch nicht…
…egal. Augen zu und durch.
Zu den Seiten war nun wirklich nicht viel Futter, ab er irgendwie hab ich es geschafft einigermassen mittig zu bohren.
Ich dachte die Achse vom Motor wäre aus Messing.
Nö.
Irgendwas, aber kein reines Messing. Es dauerte ewig und drei Tage bis ich in der Achse ein Loch hatte.

Schön. Und jetzt ?
Nagel durch. hielt natürlich nicht. Loch zu gr0ß.
Einkleben mit Sekundenkleber.
Da das Loch fast auf der Höhe vom Gehäuse des Motors war musste ich aufpassen dass ich die Achse nicht festklebe.
Und was ist passiert ?
Genau DAS ! Aber dazu später mehr.

Es gesellten sich dann schnell noch diverse Bauteile auf der Platine dazu – die war dann ruckzuck voll 🙈
Mir ist gerade aufgefallen, dass ich diesmal gar kein Bild von der Rückseite der Platine gemacht habe, aber das Chaos will wohl eh keiner sehen ☺️

  • AtTiny 2313 Mikrocontroller
  • CNY17 Optokoppler
  • 6pol ISP Buchse um den Controller zu programmieren
  • Widerstand, Kondensator, Diode…
  • Klemmen für Spannungsversorgungen, Funkklingel, Schalter und Taster


Um die Funktion des Schrittmotors zu testen und um später die genaue Position zur Betätigung des Schalters festzulegen habe ich die Schaltung so vorgesehen dass zwei Taster angeschlossen werden können.

Nun konnte ich auch anfangen zu programmieren.


Wie ich oben schon erwähnt hatte, beim testen surrte der Motor nur komisch und die Achse bewegte sich nicht. Toll !
Und nun ?!
Einen Motor hatte ich noch, allerdings keine große Lust wieder ein Loch in die Achse zu bohren und den Nagel festzukleben.
Ich hab die festhhängende Achse dann mit einer Zange bearbeitet.
Drehen lässt sich der Schrittmotor mit einer Zange nicht, deswegen hab ich einfach nur paar mal hin- und her gebrochen.
Ist ja eh Schrott. Dachte ich.
Aber….
…Oh Wunder, die Achse drehte sich wieder nachdem ich den Motor erneut angesteuert hatte.
Sehr schön 😊

Hier ein Video von den ersten „Gehversuchen“…

Hier ein kurzes Video mit Integration der Funkklingel und Enschalter:

Zum Schutz der Elektronik sollte dann noch ein „Gehäuse“ verbaut werden was ich mit Abstandsbolzen und einer passend im Internet bestellten Polycarbonatscheibe umgesetzt habe.

Jetzt kam noch eine etwas größere Herausforderung, die Befestigung der Scheibe an der Achse vom Motor, nach dem ich den Punkt für den Endschalter mit Hilfe der Taster eingestellt hatte.

Letzendlich war es dann aber ganicht so schlimm. Ich habe ein kleines Stück Schrumpfschlauch auf die Achse geschoben und mit einem Feuerzeug festgeschrumpft. Da die Achse vom Motor nicht rund ist sollte es kein Problem geben, dass sich später die Achse ohne Schrumpfschlauch und damit auch ohne Scheibe drehen würde.
Eine Schicht Schrumpfschlauch reichte allerdings nicht, die Scheibe konnte ich mehr oder weniger immer noch auf die Achse werfen. Also noch eine Lage Schrumpfschlauch hinterher.
Jetzt musste ich tatsächlich die Scheibe irgendwie auf die Achse würgen, ohne das der dünne Schrumpfschlauch runter, bzw. zusammengedrückt wurde.
Das klappte dann recht gut und die Scheibe drehte sich mit der Achse mit.
So ganz wollte ich dem Braten aber nicht trauen und hab vorsichtshalber noch paar Tropfen Sekundenkleber in die Mitte der Scheibe gegeben, sodass sich Achse, Schrumpfschlauch und Scheibe miteinander verklebt haben.

Jetzt musste nur noch die Zeit einer Schleife im Programm angepasst werden, dass die Scheibe auch genau auf 9 stehen bleibt 😌

fertig 😀


Hier noch ein Video für die, die den oberen Teil nicht lesen wollen 😉


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